Versicherung im Kleinunternehmen – Risikomanagement

Kurzartikel zur Absicherung des Unternehmers und des Unternehmens

Wichtig ist zu beachten dass die Versicherung nur ein Teil eines funktionierenden Risikomanagementes darstellt und dazu nicht nur der Versicherungsmakler zu Rate gezogen werden muss, sondern auch der Unternehmensberater, der Steuerberater, ihre Bank, die Mitarbeiter und vor allem Sie selbst sind gefordert!
Oft ließen sich unnötig hohe Versicherungsprämien vermeiden wenn Risikomanagement professionell und von allen Beteiligten betrieben würde. Risiken sind immer vorhanden und es ist schlicht unmöglich sämtliche Risiken auszuschalten, doch durch Erkennen und anschliesender Bewertung der vorliegenden Risiken ist es leicht möglich einen Großteil der Gefahren effektiv zu steuern.
Risikomanagement funktioniert immer nach dem selben Ablauf: Das bestehende Gesamtrisiko wird durch 1. Vermeidung, 2. durch Verminderung, erst 3. durch Abwälzung (Versicherung, Factoring, etc) soweit verringert, dass es akzeptabel wird das Restrisiko selbst zu tragen.

Wo zB. bei einem kleinen Unternehmen, durch Ausfall des Geschäftsführers ein hohes Risiko vorliegen kann, kann dies bei einer großen Firma, im selben Bereich nur ein sehr kleines darstellen. Wie schon erwähnt ist es daher nicht möglich pauschale Aussagen über die ideale Versicherung von Risiken zu geben da immer die individuelle Situation des Unternehmens und des Unternehmers vom Fachmann bewertet werden muss.

Grundsätzlich unterscheidet man im Gewerbebereich Dienstleister, Händler und Produzierende Betriebe oder Mischformen dieser. Zur Risikobeurteilung ist auch noch die Unternehmensstruktur- und Form sehr wichtig.

Haftpflichtrisiken
Schutz der passiven Vermögenswerte, d.h. Versicherung gegen Forderungen aus Schadenersatz. Jedes österreichische Unternehmen haftet mit seinem gesamten Vermögen für Schäden gegenüber Dritte (Kunden, wie auch Unternehmen). Gerade im Unternehmensbereich wird der Haftpflichtversicherung sicherlich die größte Wichtigkeit zugewiesen.

Betriebsunterbrechung
Schutz bei Betriebsunterbrechung, d.h. sollte aus bestimmten Gründen der Betrieb teilweise oder zu 100% unterbrochen sein, schützen diese Versicherung das Unternehmen vor Schäden durch Umsatzausfall. Diese Versicherungen zahlen zB. die weiter bestehenden laufenden Kosten inkl. den entgangenen Gewinn für den Zeitraum der Betriebsunterbrechung.

Sachversicherung
Schutz der aktiven Vermögenswerte, d.h. alle bestehenden Vermögenswerte, wie Betriebsgebäude, Produktionsmaschinen, Elektronik- und Computeranlagen, aber auch Einrichtung, Software, Datenbestand und Waren können gegen Beschädigung, Zerstörung bzw. Verlust versichert werden. Dieses Thema betrifft natürlich auch den eignen Fuhrpark und die Absicherung der Waren bei einem Transport.

Rechtsschutz
Schutz der eigenen Interessen, d.h. die Wahrung und Abwehr der Interessen des Unternehmens. Wie auch im Privatbereich können diese sehr teuer werden. Jeder Unternehmer sollte dafür vorsorgen, dass im Falle von gerichtlichen Auseinandersetzung die Kosten des Verfahrens und der Rechtsvertretung gedeckt sind – dieses betrifft vor allem auch die Beziehungen zu den Lieferanten und Kunden.

Forderungsausfall
Schutz gegen Forderungsausfälle, die Kreditschutzversicherung ist eine Möglichkeit die Solvenz der Kunden vor einem Geschäftsabschluß prüfen zu lassen. Sollte dieser dann nach Prüfung und Lieferung der Leistung nicht zahlungsfähig sein, tritt die Versicherung ein und leistet einen gewissen Anteil der offenen Forderung (70 – 80%).

Vorsorgen
Vorsorge für Zukunft, d.h. nach Absicherung aller Vermögenswerte und Absicherung gegen Schadenersatzforderung von dritten, ist auch eine Vorsorge für die Pensionen  der Unternehmer oder Führungskräften möglich und sinnvoll. Hier gibt es viele steuerlich sehr interessante Möglichkeiten. Beispielsweise die direkte Pensionszusage, die betriebliche Kollektivversicherung und den § 3 Abs 1 Z 15 des ESTG. Weiteres gibt es für E/A-Rechner und Unternehmen mit doppelter Buchhaltung die Möglichkeit, einen gewissen Teil nicht entnommene Gewinne steuerschonend ins Privatvermögen zu überführen.

Erschienen im Magazin OnTop im Januar 2009. http://www.ontop-online.at/
Franz Ahm und Gregor Tauschitz sind beide Geschäftsführer der COBIS Vermögensberatung- und Versicherungsmakler GmbH, geprüfte Versicherungsmakler und betreuen etwa 3.000 Gewerbe- und Privatkunden.

Selbstgenutzte Immobilien sind immer eine sichere Anlage

 

Interview der Zeitschrift Immobilien-Maexx, Österreich.

 

Die COBIS-Finanzierungsexperten Franz Ahm und Gregor Tauschitz beantworten Fragen rund um das Thema „Immobilienkauf und Finanzierung“ vor dem Hintergrund der Krise auf den Finanzmärkten

 

Herr Tauschitz, die Menschen sind durch Berichte über die Situation an den Finanzmärkten verunsichert. Soll man heute überhaupt noch eine Immobilie erwerben und dafür Kapital aufnehmen?

Tauschitz: Immobilien zu kaufen macht immer Sinn. Ein Immobilienkauf bietet viele Vorteile, man baut selbst Vermögen auf und sichert sich die einzig vollkommen steuerfreie Pensionsvorsorge. Was man sich später an Miete erspart, ergibt eine schöne Zusatzpension, die durch die Wertsteigerung von Immobilien de facto inflationsgeschützt ist. Der Nutzen einer eigenen Immobilie bleibt also nach wie vor groß, daran hat und wird sich nichts ändern.

 

Herr Ahm, soll man angesichts der „Finanzmarktkrise“ und der erwarteten Rezession mit dem Immobilienkauf zuwarten und auf fallende Preise hoffen? Wird sich am Preisniveau der Immobilien in absehbarer Zeit etwas Gravierendes ändern?

Ahm: Ich glaube nicht, dass die Preise leiden werden. Sie sind ja auch in der Vergangenheit nicht über Gebühr gestiegen. Schnäppchen hat es immer gegeben und wird es immer geben. Bei der Immobiliensuche sollte man sich auf jeden Fall Zeit lassen und alle Faktoren für und wider eine Immobilie abwägen.

 

Wenn jemand nun eine Immobilie erwirbt, was muss er bezüglich der Finanzierung besonders berücksichtigen? Fremdwährungskredite werden ja momentan nicht vergeben.

Tauschitz: Die Zeit der Fremdwährungskredite ist vorläufig wohl vorbei. Es hat aber bereits in der Vergangenheit gegolten, dass man einen Fremdwährungskredit nur aufnehmen sollte, wenn man sich die Finanzierung auch mit einem Euro-Kredit locker leisten kann.

Die derzeitige Situation bietet durchaus positive Aspekte: So sind die Banken derzeit intensiv dabei, alternative Produktangebote zu erarbeiten, die günstige Zinsen bieten.

 

Franz Ahm: Es kommt immer auf einen gut ausgehandelten Kreditvertrag an. Dieser sollte größtmögliche Flexibilität bieten. Entscheidend auf dem Weg dahin ist ein kompetenter, seriöser Finanzierungsberater, der nicht nur über langjährige Erfahrung verfügt, sondern auch eine große Bandbreite an Partnerinstitutionen bietet.

 

Was mache ich, wenn ich schon in einer Fremdwährung finanziert bin?

Tauschitz: Auf alle Fälle aktiv werden, aber: Panik vermeiden, in Ruhe mit dem Berater analysieren, ob und was sich an der Ausgangssituation geändert hat. Kurse, Tilgungsträger, Restlaufzeit etc. müssen betrachtet werden, ebenso, welche Sicherheitsmechanismen bereits eingebaut sind und ob man sich nicht ohnehin noch in den vereinbarten Schwankungsbreiten befindet. Finanz- und Aktienmärkte waren noch nie statisch, doch sind die derzeitigen Schwankungen sicherlich außergewöhnlich und  benötigen besonderer Aufmerksamkeit. Ob und wann ein etwaiger Umstieg in den Euro sinnvoll ist, sollte ganz genau mit dem Finanzierungspartner besprochen werden –  übereilte Aktionen bringen selten etwas.

 

Ist es nun schwieriger geworden, überhaupt einen Kredit zu bekommen?

Tauschitz: Nein. Heute bekommt man bei gleicher Bonität einen Kredit gleich leicht oder schwer wie in der Vergangenheit. Auf Grund der höheren Zinsen lohnt es sich heute aber noch mehr, die Konditionen der einzelnen Banken, Bausparkassen und Versicherungen zu vergleichen.

Immer wieder wird nach Fixzinsangeboten gefragt. Gerade hier gibt es derzeit einige interessante Angebote: 10 Jahre Fixzinsgarantie um 5,5%, 5 Jahre bereits ab 5,25% und 2 Jahre Zinsgarantie sind bereits unter 5,2% zu haben. Diese Werte beziehen sich auf den Nominalzinssatz.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass ein Immobilienkauf nicht weniger attraktiv ist als in der Vergangenheit und sich durch Vergleich und kompetente Beratung auch heute und in Zukunft sichere und günstige Finanzierungsmöglichkeiten, auf die individuellen Möglichkeiten abgestimmt, finden lassen.

 

Das Interview führte Mag. Wilfried Pessentheiner

Richtig Eigenheim finanzieren oder: lassen Sie sich Zeit!

Für die meisten Menschen ist der Kauf einer Immobilie die größte Anschaffung Ihres Lebens und findet selten öfters als einmalig statt. So ein Erwerb soll gut überlegt sein, ist die Größe ausreichend? passt die Lage? haben die Kinder gute Busverbindungen? ist der Preis gerechtfertigt? usw. Jede Kleinigkeit wird bedacht und überprüft bis dann das ideale Objekt ausgewählt und angeschafft wird – man soll mit dem Objekt ja ein Leben lang glücklich sein.
Jetzt fehlt nur noch die „richtige“ Finanzierung – Viele Varianten werden am Markt angeboten, Bauspar-, Annuitäten-, Fremdwährungs- und sogar endfällige Finanzierungen, eine Form wo während der Laufzeit nur Zinsen bezahlt werden und keine Tilgung stattfindet. Die Auswahl fällt schwer, jeder rät zu etwas anderen, die Einen schwören auf den Bausparer, die Anderen auf den Schweizer Franken, aber es geht um ihre eigene, individuelle Finanzierung: Sie müssen herausfinden welche Finanzierung zu Ihnen passt, den auch mit der Finanzierung sollten sie 20 oder gar 25 Jahre glücklich sein. Nehmen sie sich genau so viel Zeit zum Nachdenken wie sie sich auch beim Kaufobjekt genommen haben und lassen sie die gleiche Sorgfalt walten mit der Sie die Vor- und Nachteile der Immobilie abgewogen haben, denn sie könnten, wenn Sie das nicht tun, mit ihrer Finanzierung auch ein Leben lang unglücklich sein.
Leider spreche ich immer wieder mit Menschen die zwar eine konditionsmäßig perfekt ausverhandelte Finanzierung besitzen aber leider die vollkommen falsche Variante gewählt haben. Meist war in diesen Fällen die „günstige“ Rate Grund für die Auswahl der unpassenden Finanzierungsform. Doch die heute sehr günstige Rate kann sich sehr schnell, sehr stark verteuern, Kurse können sich auch zu Ungunsten des Kreditnehmers entwickeln und auch die konservativste Renditeannahme kann noch immer weit zu positiv gewesen sein wenn Märkte sich verändern. Ich möchte damit nicht sagen dass nur mehr Bausparfinanzierungen oder Kredite mit langjährigen Fixzinsbindungen die „richtigen“ Varianten seien, aber: wählen sie keine Konzepte aus deren Risiken sie nicht bis inklusive „schlimmster Fall“ kennen! Denn Risiken haben die ungute Eigenschaft auch eintreten zu können und was dann?
Alle diese Gedanken sollten Sie sich vor einem Abschluss machen, lassen sie sich nicht drängen, sprechen sie mit einem unabhängigen Berater und nehmen sie sich so viel Zeit wie sie brauchen, dann werden sie mit Ihrer Neuanschaffung und mit ihrer Finanzierung glücklich.

Gregor Tauschitz