Selbstgenutzte Immobilien sind immer eine sichere Anlage

 

Interview der Zeitschrift Immobilien-Maexx, Österreich.

 

Die COBIS-Finanzierungsexperten Franz Ahm und Gregor Tauschitz beantworten Fragen rund um das Thema „Immobilienkauf und Finanzierung“ vor dem Hintergrund der Krise auf den Finanzmärkten

 

Herr Tauschitz, die Menschen sind durch Berichte über die Situation an den Finanzmärkten verunsichert. Soll man heute überhaupt noch eine Immobilie erwerben und dafür Kapital aufnehmen?

Tauschitz: Immobilien zu kaufen macht immer Sinn. Ein Immobilienkauf bietet viele Vorteile, man baut selbst Vermögen auf und sichert sich die einzig vollkommen steuerfreie Pensionsvorsorge. Was man sich später an Miete erspart, ergibt eine schöne Zusatzpension, die durch die Wertsteigerung von Immobilien de facto inflationsgeschützt ist. Der Nutzen einer eigenen Immobilie bleibt also nach wie vor groß, daran hat und wird sich nichts ändern.

 

Herr Ahm, soll man angesichts der „Finanzmarktkrise“ und der erwarteten Rezession mit dem Immobilienkauf zuwarten und auf fallende Preise hoffen? Wird sich am Preisniveau der Immobilien in absehbarer Zeit etwas Gravierendes ändern?

Ahm: Ich glaube nicht, dass die Preise leiden werden. Sie sind ja auch in der Vergangenheit nicht über Gebühr gestiegen. Schnäppchen hat es immer gegeben und wird es immer geben. Bei der Immobiliensuche sollte man sich auf jeden Fall Zeit lassen und alle Faktoren für und wider eine Immobilie abwägen.

 

Wenn jemand nun eine Immobilie erwirbt, was muss er bezüglich der Finanzierung besonders berücksichtigen? Fremdwährungskredite werden ja momentan nicht vergeben.

Tauschitz: Die Zeit der Fremdwährungskredite ist vorläufig wohl vorbei. Es hat aber bereits in der Vergangenheit gegolten, dass man einen Fremdwährungskredit nur aufnehmen sollte, wenn man sich die Finanzierung auch mit einem Euro-Kredit locker leisten kann.

Die derzeitige Situation bietet durchaus positive Aspekte: So sind die Banken derzeit intensiv dabei, alternative Produktangebote zu erarbeiten, die günstige Zinsen bieten.

 

Franz Ahm: Es kommt immer auf einen gut ausgehandelten Kreditvertrag an. Dieser sollte größtmögliche Flexibilität bieten. Entscheidend auf dem Weg dahin ist ein kompetenter, seriöser Finanzierungsberater, der nicht nur über langjährige Erfahrung verfügt, sondern auch eine große Bandbreite an Partnerinstitutionen bietet.

 

Was mache ich, wenn ich schon in einer Fremdwährung finanziert bin?

Tauschitz: Auf alle Fälle aktiv werden, aber: Panik vermeiden, in Ruhe mit dem Berater analysieren, ob und was sich an der Ausgangssituation geändert hat. Kurse, Tilgungsträger, Restlaufzeit etc. müssen betrachtet werden, ebenso, welche Sicherheitsmechanismen bereits eingebaut sind und ob man sich nicht ohnehin noch in den vereinbarten Schwankungsbreiten befindet. Finanz- und Aktienmärkte waren noch nie statisch, doch sind die derzeitigen Schwankungen sicherlich außergewöhnlich und  benötigen besonderer Aufmerksamkeit. Ob und wann ein etwaiger Umstieg in den Euro sinnvoll ist, sollte ganz genau mit dem Finanzierungspartner besprochen werden –  übereilte Aktionen bringen selten etwas.

 

Ist es nun schwieriger geworden, überhaupt einen Kredit zu bekommen?

Tauschitz: Nein. Heute bekommt man bei gleicher Bonität einen Kredit gleich leicht oder schwer wie in der Vergangenheit. Auf Grund der höheren Zinsen lohnt es sich heute aber noch mehr, die Konditionen der einzelnen Banken, Bausparkassen und Versicherungen zu vergleichen.

Immer wieder wird nach Fixzinsangeboten gefragt. Gerade hier gibt es derzeit einige interessante Angebote: 10 Jahre Fixzinsgarantie um 5,5%, 5 Jahre bereits ab 5,25% und 2 Jahre Zinsgarantie sind bereits unter 5,2% zu haben. Diese Werte beziehen sich auf den Nominalzinssatz.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass ein Immobilienkauf nicht weniger attraktiv ist als in der Vergangenheit und sich durch Vergleich und kompetente Beratung auch heute und in Zukunft sichere und günstige Finanzierungsmöglichkeiten, auf die individuellen Möglichkeiten abgestimmt, finden lassen.

 

Das Interview führte Mag. Wilfried Pessentheiner

Risikoaufklärung für Fremdwährungskredite

Wie in der Publikation vom Minister Buchinger aus 2007 (LINK) zu sehen ist wurde offensichtlich recht wenig über Risiken von Fremdwährungskrediten gesprochen, anbei finden Sie eine Minimumaufklärung zu den 3 Risiken. Wichtig zu erwähnen ist dass diese Aufzählung NICHT unter den derzeitigen Markverhältnissen geschrieben wurde sondern aus dem Jahr 2007 stammt (bis auf die Grafiken).

 

Zinsänderungsrisiko

Da ja in einer fremden Währung finanziert wird bedeutet das auch meistens dass in einen anderen Wirtschaftsraum der Kredit aufgenommen wird. Die Zinsentwicklungen sind in verschiedenen Wirtschafträumen auch häufig komplett unterschiedlich. D.h. während zum Beispiel die Zinsen für Euro−Finanzierungen gerade sinken, steigen diese unter Umständen für den Dollar. Daraus ergibt sich das Zinsrisiko. Die folgende Grafik soll den unterschiedlichen Zinsverlauf zweier Währungen illustrieren.

 

 

Wenn sich also der Zinssatz ihrer Fremdwährung nicht weitgehend parallel zum Zinsniveau im Euro entwickelt kann es uU. passieren dass für den gewählten Kredit höhere (!) Zinsen zu bezahlen sind als für einen vergleichbaren Euro-Kredit.
Kursrisiko
 

 

Von allen Risiken die ein Fremdwährungskredit mit sich bringt ist sicher das Kursrisiko das, da es die Kreditsumme am direktesten betrifft. Schwanken die Kurse so schwankt auch der Saldo meines Kredites. Das folgende Beispiel soll diesen Vorgang erklären:


 
 

 

Im Schweizer Franken waren Wechselkursschwankungen bisher nicht sehr groß (etwa +/- 15%) und stehen dem möglichen Zinsvorteil in einem interessanten Verhältnis gegenüber. Ganz anders sieht es aber z.B. beim japanischen Yen aus, dass soll folgende Grafik illustrieren:


 
 

 

Schwankt also der Kurs meiner Fremdwährung im hohen Ausmaß (zB: Yen +/- 35%) kann es passieren dass die Bank weiter Sicherheiten verlangt da sich ja auch die Kreditsumme umgerechnet in Euro, stark verändert hat.

Endfällige Finanzierung

Das bereits erwähnte Zinsrisiko und das Kursrisiko sind die wesentlichen Risiken der Fremdwährungsfinanzierung. Der Interessent sollte gemeinsam mit seinem Finanzierungsberater abwägen ob diese beiden Risiken im Verhältnis zu dem erwarteten Zinsvorteil stehen.

 

Eine sehr beliebte Spielform der Fremdwährungsfinanzierung ist die s.g. endfällige Finanzierung. Bei dieser Finanzierungsform werden während der Laufzeit nur die anfallenden Zinsen bezahlt und parallel zum Kredit mittels Investmentfonds, fondsgebundenen Lebensversicherungen und Ähnlichem soviel Kapital in einem Sparplan aufgebaut um am Ende der Laufzeit den Kredit zur Gänze Tilgen zu können. Dabei wird darauf spekuliert dass der Ertrag des Sparplanes höher ist als die Zinsen die für den Kredit zu zahlen sind, im Idealfall ist man so um einige Jahre früher mit der Rückzahlung fertig als dies beim Ratenkredit der Fall ist. Jedoch birgt diese Spekulation auch das dritte Risiko einer Fremdwährungsfinanzierung:


Tilgungsträgerrisiko

 

Erwirtschaftet nämlich der Tilgungsträger nicht den erwarteten Ertrag (also mehr Zinsen als für den Kredit zu zahlen ist) so bleibt am Ende der Kreditlaufzeit ein Saldo übrig, da das Kapital welches der Tilgungsträger ausbezahlt zu gering ist. Somit sind die Kreditzinsen unter Umständen noch einige Jahre über die geplante Laufzeit hinaus zu bezahlen und der Kredit wird dadurch deutlich teurer als geplant. Darüber hinaus kann es auch während der Laufzeit zu Problemen mit der Finanzierung kommen wenn die Performance des Tilgungsträgers hinter den Erwartungen zurückbleibt weil z.B. von einer zu hohen Renditeerwartung ausgegangen wurde.
Viele der beschriebenen Risiken lassen sich mit realistischer Kalkulation und/oder Sicherungsmaßnamen eindämmen aber zusammenfassend ist zu sagen dass diese Finanzierungsform vor allem für Kunden mit besten Bonitäts- und Einkommensverhältnissen geeignet ist die vorhandenen Risiken mit Ihrem Einkommen und Ihrer Bonität abfangen können.

G.T. / COBIS Immobilienfinanzierung

Eine etwas umfangreichere Aufklärung über Risiken der Fremdwährungsfinanzierung finden Sie hier.