Wie viel Versicherung braucht der Mensch?

 

Fast jeder österreichische Haushalt zahlt weit über 2000 Euro jährlich für verschiedenste Versicherungen. Oft wird ein gar nicht geringer Teil dieses Geldes für Versicherungen ausgegeben, die nicht unbedingt notwendig oder zu teuer sind, auf der anderen Seite werden häufig wichtige Versicherungen, die unerlässlich wären, nicht berücksichtigt.

Wichtig ist, den eigenen Versicherungsbedarf grundsätzlich zu überprüfen. Dazu sollte überlegt werden, in welcher aktuellen Lebenssituation (vor allem Familien und Eigentumsverhältnissen) man sich befindet und ob dahingehend der angemessene Versicherungsschutz besteht. Dabei ist es notwendig, den eigenen Bedarf an Versicherungen seinen Lebensumständen anzupassen und ihn laufend zu aktualisieren. Dies gilt vor allem bei gravierender Veränderung der Lebensumstände, wie beispielsweise Wechsel des Berufsrisikos, Nachwuchs, Einkommenssprünge oder Erwerb eines Eigenheims. Vor allem in diesen Fällen bietet es sich an, eine Neustrukturierung der bestehenden Ab- bzw. Versicherungssituation durchzuführen.

Eine umfassende Anleitung zur perfekten Absicherung der persönlichen oder auch der betrieblichen Risiken ist pauschal weder möglich noch seriös und bedarf immer einer speziellen und individuellen Risikobeurteilung durch den Fachmann. Trotzdem soll versucht werden im folgenden Text exemplarisch auf die wichtigsten Bereiche für eine Privatperson einzugehen.

Haftpflichtversicherung

Schutz der passiven Vermögenswerte, d.h. Haftpflichtversicherung gegen Forderungen aus Schadenersatz. Jeder Österreicher haftet mit seinem gesamten Vermögen für Schäden gegenüber Dritte. Private Haftpflichtversicherungen werden meist im Paket mit Haushalts- und Eigenheimversicherungen verkauft. Dieser Bereich erhält zusätzliche Brisanz  bei Personen die beruflich mit  besonderen Haftpflichtrisiken konfrontiert sind, wie Manager, Prokuristen oder auch Aufsichtspersonen.

Unfall- und Berufsunfähigkeitsversicherung

Schutz der eigenen Arbeitskraft, d.h. bei längerer Arbeitsunfähigkeit, Berufsunfähigkeit bzw. Erwerbsunfähigkeit durch Krankheit oder Unfall sollte das aktive Einkommen geschützt sein. In der gesetzl. Unfall- und Sozialversicherung gibt es zwar Leistungen, aber diese sind deutlich geringer als das letzte Aktiveinkommen. Diese Lücke sollte bestmöglich geschlossen werden.

Sachversicherung (Eigenheim, Kfz, etc)

Schutz der Vermögenswerte, d.h. alle bestehenden Vermögenswerte, wie das Eigenheim, das neu erworbene KFZ usw. sollten umfassend versichert werden.

Rechtschutzversicherung

Schutz der eigenen Interessen, d.h. die Wahrung oder Abwehr persönlicher oder fremder  Interessen kann mitunter sehr teuer werden. Jeder sollte dafür vorsorgen, dass im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung die Kosten des Verfahrens und der Rechtsvertretung gedeckt sind.

Pensionsvorsorge

Vorsorge für den Einkommensausfall durch Pensionsantritt, d.h. nach Absicherung aller Vermögenswerte und gegen Schadenersatzforderung von dritten, ist auch eine Vorsorge für die Pension sinnvoll und notwendig. Da aber die Pensionsvorsorge nur am Rande mit „Versicherung“ zu tun hat wird auf diesen wichtigen Bereich an dieser Stelle nicht weiter eingegangen.

Krankenversicherung

Die private Krankenversicherung bietet fast unendliche Möglichkeiten sich für den Krankheits- oder Therapiefall abzusichern.Doch hat jeder Luxus seinen Preis und deshalb sollte man in diesem Fall die persönliche Situation überprüfen und eine Kosten-Nutzen Analyse durchführen um zu entscheiden ob und wenn ja welche Bausteine sinnvoll erscheinen.

Erschienen im Magazin OnTop im Januar 2009. http://www.ontop-online.at/
Franz Ahm und Gregor Tauschitz sind beide Geschäftsführer der COBIS Vermögensberatung- und Versicherungsmakler GmbH, geprüfte Versicherungsmakler und betreuen etwa 3.000 Gewerbe- und Privatkunden.

Ist mein Kind Haftpflicht versichert?

Leidtragender eines Unfalls ist nicht nur derjenige, der einen Schaden erleidet, sondern oft auch der Verursacher des Malheurs. Vor allem, wenn er keine Privat-Haftpflichtversicherung besitzt, und, z.B. bei einem Fahrrad- oder Schiunfall mit Körperverletzung und eventuellem Verdienstentgang, den Schaden aus eigener Tasche bezahlen muss.

Meist ist bereits in der Haushaltversicherung eine Privat-Haftpflichtversicherung enthalten, in der grundsätzlich auch Ihre Kinder mitversichert sind. Das Problem dabei: Sollte Ihr Nachwuchs bereits über ein eigenes Einkommen, z.B. Lehrlingsentschädigung, verfügen, nach dem 25. Lebensjahr noch studieren oder bereits vollständig ausgezogen sein, erfolgt eine automatische Beendigung des Versicherungsschutzes – ohne vorhergehende Information.

Viele Jugendliche – und ihre Eltern – erfahren dann oft erst im Schadensfall, dass sie gar nicht mehr versichert sind! Sorgen Sie daher rechtzeitig vor und schützen Sie Ihre Familie durch eine Erweiterung Ihrer Haushaltsversicherung bzw. durch eine eigene Privat-Haftpflichtversicherung für Ihr Kind.