Wie in der Publikation vom Minister Buchinger aus 2007 (LINK) zu sehen ist wurde offensichtlich recht wenig über Risiken von Fremdwährungskrediten gesprochen, anbei finden Sie eine Minimumaufklärung zu den 3 Risiken. Wichtig zu erwähnen ist dass diese Aufzählung NICHT unter den derzeitigen Markverhältnissen geschrieben wurde sondern aus dem Jahr 2007 stammt (bis auf die Grafiken).
Zinsänderungsrisiko
Da ja in einer fremden Währung finanziert wird bedeutet das auch meistens dass in einen anderen Wirtschaftsraum der Kredit aufgenommen wird. Die Zinsentwicklungen sind in verschiedenen Wirtschafträumen auch häufig komplett unterschiedlich. D.h. während zum Beispiel die Zinsen für Euro−Finanzierungen gerade sinken, steigen diese unter Umständen für den Dollar. Daraus ergibt sich das Zinsrisiko. Die folgende Grafik soll den unterschiedlichen Zinsverlauf zweier Währungen illustrieren.
Von allen Risiken die ein Fremdwährungskredit mit sich bringt ist sicher das Kursrisiko das, da es die Kreditsumme am direktesten betrifft. Schwanken die Kurse so schwankt auch der Saldo meines Kredites. Das folgende Beispiel soll diesen Vorgang erklären:
Im Schweizer Franken waren Wechselkursschwankungen bisher nicht sehr groß (etwa +/- 15%) und stehen dem möglichen Zinsvorteil in einem interessanten Verhältnis gegenüber. Ganz anders sieht es aber z.B. beim japanischen Yen aus, dass soll folgende Grafik illustrieren:
Schwankt also der Kurs meiner Fremdwährung im hohen Ausmaß (zB: Yen +/- 35%) kann es passieren dass die Bank weiter Sicherheiten verlangt da sich ja auch die Kreditsumme umgerechnet in Euro, stark verändert hat.
Endfällige Finanzierung
Das bereits erwähnte Zinsrisiko und das Kursrisiko sind die wesentlichen Risiken der Fremdwährungsfinanzierung. Der Interessent sollte gemeinsam mit seinem Finanzierungsberater abwägen ob diese beiden Risiken im Verhältnis zu dem erwarteten Zinsvorteil stehen.
Eine sehr beliebte Spielform der Fremdwährungsfinanzierung ist die s.g. endfällige Finanzierung. Bei dieser Finanzierungsform werden während der Laufzeit nur die anfallenden Zinsen bezahlt und parallel zum Kredit mittels Investmentfonds, fondsgebundenen Lebensversicherungen und Ähnlichem soviel Kapital in einem Sparplan aufgebaut um am Ende der Laufzeit den Kredit zur Gänze Tilgen zu können. Dabei wird darauf spekuliert dass der Ertrag des Sparplanes höher ist als die Zinsen die für den Kredit zu zahlen sind, im Idealfall ist man so um einige Jahre früher mit der Rückzahlung fertig als dies beim Ratenkredit der Fall ist. Jedoch birgt diese Spekulation auch das dritte Risiko einer Fremdwährungsfinanzierung:
Tilgungsträgerrisiko
Erwirtschaftet nämlich der Tilgungsträger nicht den erwarteten Ertrag (also mehr Zinsen als für den Kredit zu zahlen ist) so bleibt am Ende der Kreditlaufzeit ein Saldo übrig, da das Kapital welches der Tilgungsträger ausbezahlt zu gering ist. Somit sind die Kreditzinsen unter Umständen noch einige Jahre über die geplante Laufzeit hinaus zu bezahlen und der Kredit wird dadurch deutlich teurer als geplant. Darüber hinaus kann es auch während der Laufzeit zu Problemen mit der Finanzierung kommen wenn die Performance des Tilgungsträgers hinter den Erwartungen zurückbleibt weil z.B. von einer zu hohen Renditeerwartung ausgegangen wurde.
Viele der beschriebenen Risiken lassen sich mit realistischer Kalkulation und/oder Sicherungsmaßnamen eindämmen aber zusammenfassend ist zu sagen dass diese Finanzierungsform vor allem für Kunden mit besten Bonitäts- und Einkommensverhältnissen geeignet ist die vorhandenen Risiken mit Ihrem Einkommen und Ihrer Bonität abfangen können.
G.T. / COBIS Immobilienfinanzierung
Eine etwas umfangreichere Aufklärung über Risiken der Fremdwährungsfinanzierung finden Sie hier.


